{"id":260,"date":"2020-11-11T15:04:47","date_gmt":"2020-11-11T15:04:47","guid":{"rendered":"http:\/\/temp4475.onyxtest.de\/wp\/?page_id=260"},"modified":"2020-12-03T05:51:03","modified_gmt":"2020-12-03T05:51:03","slug":"1924-bis-1968","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sktroisdorf.de\/wp\/1924-bis-1968\/","title":{"rendered":"1924 bis 1968"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Vereinschronik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(von unserem Ehrenvorsitzenden Anton Schick)<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1924 trafen sich in Troisdorf im Hotel &#8222;Zum Kronprinzen&#8220; einige junge Leute, um dort regelm\u00e4\u00dfig Schach zu spielen. Nach einigen Wochen gr\u00fcndeten sie dann den 1. Schachklub Troisdorf. Zu ihrem Vorsitzenden w\u00e4hlten sie den Schreiber dieser Zeilen. Die Zeiten waren damals, kurz nach der Inflation, nicht gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten Arbeitslosen wurden registriert, die L\u00f6hne waren niedrig, die Studenten erhielten keine Beihilfen. So kam der Schachbetrieb nach einigen Vergleichsk\u00e4mpfen mit den Vereinen aus Hennef und Siegburg allm\u00e4hlich zum Erliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Monate sp\u00e4ter errichtete der damalige Bauunternehmer Alois Remmel an der Altenrather Stra\u00dfe das heute noch bestehende Waldcafe Haus &#8222;Ravensburg&#8220;. In einem Gespr\u00e4ch mit Herrn Remmel er\u00f6rterte ich die M\u00f6glichkeiten, den Schachklug wiederaufleben zu lassen. Herr Remmel zeigte sich interessiert und versprach, dem Klub finanziell zu helfen. Unter anderem wurde vereinbart, da\u00df die Bedienung zwar das Spielzimmer betreten, die anwesenden Spieler jedoch nicht zu einer Bestellung auffordern sollte. Da inzwischen die Zahl der Arbeitslosen weiter gestiegen war, richteten wir Patenschaften ein, d. h. noch im Berufsleben stehende Spieler \u00fcbernahmen die Beitragszahlungen f\u00fcr erwerbslose Vereinsmitglieder usw..<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste gr\u00f6\u00dfere Veranstaltung, die wir durchf\u00fchrten, war eine Simultanveranstaltung von Professor Deichmann, dem damaligen Leiter des K\u00f6lner Schachverbands.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schachleben innerhalb des Siegkreises nahm inzwischen einen ungeahnten Aufschwung. Neben den Schachvereinen in Siegburg, Hennef und Troisdorf entstanden Schachvereine in Eitorf, Dollendorf, Spich, Sieglar, Siegburg-M\u00fclldorf, Lohmar, Honnef und K\u00f6nigswinter.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Schachvereine von Porz und Vilkenrath meldeten sich zum Siegkreis an. Diese Vereine w\u00e4hlten mich dann zum Kreisvorsitzenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 1. Schachklub Troisdorf wurde damals zu einem&nbsp; Begriff. Zum erstenmal spielten wir au\u00dfer mit Seniorenmannschaften auch mit unserer Jugendmannschaft, aus der sp\u00e4ter gute Spieler wie Dr. Fritzen, Peter Saamen und andere hervorgingen. In dieser Zeit spielte Gro\u00dfmeister Fritz S\u00e4misch bei uns an zehn Brettern blind. Bei einer unentschiedenen Partie siegte er neunmal.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 12.11.1933 schlie\u00dflich weilte Gro\u00dfmeister E. Bogoljubow zu einer Simultanveranstaltung bei uns. Er spielte an 40 Brettern, siegte 36 mal, machte drei Remis und verlor nur eine Partie. In den Akten unseres Vereins ist noch eine Quittung erhalten, die Bogoljubow damals f\u00fcr sein Honorar ausstellte. Sie hat folgenden Wortlaut:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>E. Bogoljubow<\/p><p>F\u00fcr Simultanspiel in Troisdorf<\/p><p>am 12.11.33&nbsp; 16 RM 25 Pfg erhalten.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Neben Schachwettk\u00e4mpfen f\u00fchrten wir Karneval, Kirmes und Sylvester gesellschaftliche Veranstaltungen durch, wobei Herr Remmel jeweils das Risiko \u00fcbernahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Schwierigkeiten bekam der Klub eigentlich erst wieder nach der Machtergreifung, d. h. die Schwierigkeiten betrafen weniger den Klub als meine Person. Wie alle Vereine sollte auch unser Klub gleichgeschaltet werden. Das bedeutete er wurde der NS-Gemeinschaft &#8222;Kraft durch Freude&#8220; angeschlossen und der Vorsitz mu\u00dfte von einem Parteimitglied wahrgenommen werden. So schrieb mir der NS-Kreisgesch\u00e4ftsf\u00fchrer am 21.9.1933: &#8222;&#8230;teilen wir Ihnen mit, da\u00df Sie als Nichtparteimitglied f\u00fcr eine Zusammenarbeit nicht in Frage kommen k\u00f6nnen.&#8220;. Dann kam der Krieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach R\u00fccksprache mit mir lagerte Dr. Fritzen wegen der Bombenangriffe alle Schachuhren nach Hessen aus. Bei Kriegsende wurde das Waldcafe von den Amerikanern&nbsp; besetzt. Nach meiner Heimkehr stieg ich von au\u00dfen durch das Fenster in den Schachspielraum. Der Sohn Josef unseres Vereinswirtes Alois Remmel stand drau\u00dfen Schmiere, und ihm reichte ich das noch vorhandene Spielmaterial hinaus. So wurden die meisten unserer Schachutensilien gerettet.<\/p>\n\n\n\n<p>So konnten wir bald wieder mit dem Schachbetrieb beginnen. Zun\u00e4chst spielten wir im Lokal Klein. Mitspielen durte, wer an den Spielabenden einige Briketts oder Holz zum Heizen mitbrachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sich das Leben allm\u00e4hlich wieder normalisiert hatte, spielten wir seit 1952 wieder regelm\u00e4\u00dfig in den Meisterschaftsrunden mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Im gleichen Jahr f\u00fchrten wir auch zum erstenmal die Stadtmeisterschaft durch. VOn 1954 an spielten wir sieben Jahre ununterbrochen in der 2. Liga, wobei wir 1957 den gr\u00f6\u00dften Erfolg erzielten, als wir u. a. vor so guten Mannschaften wie Porz und Leverkusen und hinter Lasker K\u00f6ln und SF Bonn den dritten Platz belegten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen Arbeits\u00fcberlastung trat ich 1968 vom Klubvorsitz zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vereinschronik (von unserem Ehrenvorsitzenden Anton Schick) Im Jahr 1924 trafen sich in Troisdorf im Hotel &#8222;Zum Kronprinzen&#8220; einige junge Leute, um dort regelm\u00e4\u00dfig Schach zu &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-260","page","type-page","status-publish","hentry"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-23 22:43:10","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sktroisdorf.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sktroisdorf.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/sktroisdorf.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sktroisdorf.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sktroisdorf.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=260"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sktroisdorf.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":695,"href":"https:\/\/sktroisdorf.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/260\/revisions\/695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sktroisdorf.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}