Von Ulrich Keßler
Am vierten Spieltag der U20 Jugendliga unterlag unsere U20 der Mannschaft des Brühler SK knapp mit 11:12. Letztlich entscheidend war, dass Maxime an Brett 1 kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel.
Wie so oft war Kevin als erstes fertig. Nachdem er unmotiviert einen Läufer auf h7 geopfert hatte, konnte sein Gegner den Mattangriff abwehren und hatte einfach eine Figur mehr. Zum Glück für Kevin übersah der Gegner dann ein Matt in drei Zügen. In der Endstellung hatte Kevin noch 1:30 h auf der Uhr. Kein Kommentar.
Monaems Eröffnungsexperiment mit 2. f6 wurde von seinem Gegner nicht bestraft. Stattdessen opferte dieser eine Figur im Zentrum, ohne dafür nennenswerte Kompensation zu erhalten. Monaem stand hier klar auf Gewinn. Leider verpasste er es, seinen König sicher zu stellen, und verlor dann bei einem taktischen Schlagabtausch in der Mitte des Bretts die Dame für einen Turm und einen Läufer. Bei der daraus resultierenden Materialverteilung Dame und Turm gegen zwei Türme und zwei Springer verlor er die Übersicht und stellte nacheinander einen Springer und dann einen Turm ein.
Ben konnte in der Eröffnung den gegnerischen Turm auf a8 mit dem Läufer gewinnen, hatte dafür jedoch eine offene Königsstellung. Nach Fehlern auf beiden Seiten konnte er am Ende das Endspiel mit einer Mehrqualität für sich entscheiden.
David kam aus der Eröffnung mit starkem Entwicklungsnachteil heraus. Der Gegner konnte sich über mehrere Züge aussuchen, wie er die Partie schnell beendet, fand aber immer nur Möglichkeiten, David im Spiel zu halten. Letztlich endete das Mittelspiel in einem Endspiel, in dem beide Parteien einen Turm und einen Springer besaßen, David aber einen Bauern weniger hatte. Außerdem musste er gegen zwei gegnerische Freibauern kämpfen. Allerdings stellte der Gegner zunächst einen der beiden Freibauern ein, und verlor den anderen im Zuge des Abtauschs der Figuren. So kam David in ein Bauernendspiel mit 4 gegen 3 Bauern, das er sicher zum Gewinn führte.
Es stand nun 3:2 für uns, und alles hing an Simeons Partie. Ein Remis hätte zum Sieg gereicht, und es sah lange gut aus. Simeon hatte in der Eröffnung nach ungenauem Spiel des Gegners einen Zentralbauern gewonnen (s. Diagramm). Im Mittelspiel opferte der Gegner dann eine Figur für die Bauern vor Simeons König. Leider fand Simeon hier nicht die beste Fortsetzung, und der Gegner hätte ins Remis durch Dauerschach entschlüpfen können. Aufgrund des Gesamtstands musste er aber weiterspielen, und Simeon spielte mit einer Figur mehr weiter. Allerdings blieb die Stellung schwierig. Simeon hatte einen offenen König, und nach dem Abtausch der Damen musste er am Königsflügel gegen drei verbundene Freibauern kämpfen. Im Endspiel fand er leider mehrmals nicht den besten Zug, und mit dem Verschwinden des letzten Bauern verschwand auch die letzte Siegchance. Als der Gegner kurz darauf auch noch die Springer abtauschen konnte, war Simeon mit einem Läufer gegen drei Freibauern auf beiden Flügeln machtlos und musste schließlich aufgeben.
Trotz dreier Siege fehlte uns aufgrund der kampflosen Partie am Ende 1 Punkt für ein Mannschaftsremis (11:12).
Die nächste Chance auf den ersten Sieg in der U20 Jugendliga haben wir am 10. Mai in Erftstadt.
Ems, Simeon – Alnahhas, Hamza
Wie kann Weiß die misslungene Eröffnung von Schwarz ausnutzen?
Lösung: 6. Sxe5 Lg7 7. Da4+ Ld7 (oder Sd7) 8. Sxd7 gewinnt einfach einen Bauern. Der Computer gibt an, dass 6. Lb5+ Ld7 7. Sxe5 Lg7 8. Dxd6 noch stärker sei, aber das mündet in sehr wilde Varianten, die ein Mensch kaum berechnen kann. Somit ist Simeons Zug 6. Sxe5 aus pragmatischer Sicht der beste.
