Herz statt Klick

Die Internetapotheke und neuerdings auch Drogerien sind stationären Apotheken ein Dorn im Auge – ähnlich wie Onlineturniere den Schachvereinen. Doch beide haben etwas, was man nicht digitalisieren kann: Menschen, Atmosphäre und Vertrauen.

Die Versprechen, wie Medikamente bequem nach Hause oder Schachspielen rund um die Uhr ohne (Zusatz-) Beiträge sind natürlich verlockend. Sie sind schnell und algorithmisch glattgebügelt. Sie liefern Produkte ohne Herz.

Das Vereinsleben gibt eine Beratung und Therapien an die Hand, eine solide Caro-Kann-Kur zweimal täglich angewendet fördert die Hirndurchblutung. Ein Sieg in einer am Brett geführten Partie ist ein Vitaminboost, eine Niederlage ein Magenkrampf. Lob vom Gegner oder seinen Kollegen für ein sauber gespieltes Endspiel ist die mentale Wärmflasche zum Wohlfühlen. Und wie viele Adrenalinschübe durchlebt man in einer echten Schachpartie? Vor dem PC lässt man einfach die Zeit ablaufen, um den Gegner noch etwas zu ärgern. Kein Handschlag!

Dann doch lieber zu fairen Preisen und inklusive Beratung zum Wohle Ihrer Stadt und den Arbeitnehmern. Denn Steuern führt der Versandhandel oder die Onlineplattform meist nicht in Deutschland ab. Deswegen…

In der Apotheke gibt es Medikamente gegen Kopfschmerzen – im Schachverein die Ursache dafür!

Diese Partie aus dem Jahre 1995 ist ein Beispiel dafür, welche Gefühle man in einer langen Schachpartie durchlebt und dabei zweimal an der Niederlage vorbeischrammt, um am Ende doch glücklich zu gewinnen.