Spätsommerfest im Garten

Wir hatten zum Sommerfest in diesem Jahr mal wieder eher kurzfristig eingeladen. Deshalb hatten viele Mitglieder für dieses Wochenende schon andere Pläne. Wir haben also nicht sehr viel erwartet, wussten aber, dass das so ziemlich die letzte Gelegenheit sein würde, draußen zu feiern.

Am Ende kamen doch 21 Erwachsene und Kinder zusammen, und es wurde ein langer Abend.

Jürgen hatte vorher schon Getränke, Knabbereien und Grillgut vorbeigebracht, viele hatten ebenfalls etwas fürs Büffet dabei. Vormittags war es noch sonnig, am Nachmittag bedeckte sich der Himmel, aber es wahr angenehm warm und trocken. Nach und nach trudelten die Gäste ein. Das Büffet füllte sich schnell. Marcus Moshövel, unser neues Mitglied seit Anfang des Jahres, konnte zwar nicht teilnehmen, brachte aber netterweise morgens Pflaumenkuchen vom Foodsharing vorbei und wünschte uns viel Spaß.

Bei Kaffee und Kuchen wurden die Schachbretter belegt und waren bis spät abends im Einsatz. An der Tischtennisplatte flogen die ersten Bälle, der Hoola-Hoop-Reifen drehte sich, Ballspiele aller Art wurden gespielt. Unser Großschachfeld wurde diesmal überhaupt nicht gebraucht. Dafür waren die normalen Schachbretter ständig im Einsatz.

Eine Überraschung war der Besuch von Christian Reinöhl, der mit seiner Freundin extra aus Aachen kam, und auch Thomas Möws kam nach seiner Schachtour direkt vorbei.

Gegen 17.30 Uhr wurde Blechpizza geliefert. Dazu gab es Salate, Kuchen und später noch einen Nachtisch. Das Büfett war jedenfalls gut gefüllt und stand uns bis nachts zur Verfügung.

Zusammen mit Daniel Haberkamp bereitete ich die Feuerschale vor, und später wurde der Grill mit dem Grillgut aufgelegt. Mit Einbruch der Dunkelheit ging die Beleuchtung an, durch die Wolken schien der fast volle Mond. Es wurde gegessen, Schach gespielt und vor allem viel geredet. Aus kurzen Gesprächen wurden längere, aus längeren Gesprächen auch Diskussionen, die bis tief in die Nacht reichten.

Wir erinnerten uns an das Spätsommerfest im letzten Jahr. Da hatte Jürgens Käserad die Runde gemacht, jeder raspelte sich eine damals Locke davon ab, bis das Rad am Ende nur noch halb so hoch war. Diesmal musste Jürgens Käseecke dafür herhalten.

Als die meisten Gäste schon gegangen waren, saß noch ein kleiner Kreis am Feuer, in teilweise intensiven Diskussionen. Immer wieder wurde ein Holzscheit nachgelegt. Hinten unter den Bäumen waren Collin und Pascal bei schwacher Beleuchtung in ihr Schachspiel vertieft.

Allmählich wurde es ruhiger. Im Unterholz raschelte unser Igel zwischen den Pizzakartons herum. Die Reste des Büffets wurden in unsere Nähe gerückt, wir holten immer wieder Holz vom Ende des Gartens.

Fotos gibt es von diesem Abend übrigens nicht. Ich habe keine gemacht, weil mich das immer rausbringt. Selina hatte ohnehin schon festgestellt, dass ich ständig Hummeln im Hintern habe und ständig meine etwas tun zu müssen. Irgendwann verstummte dann auch noch die Musik – mein Handy war leer.

Gegen 0.30 Uhr machten sich schließlich die letzten Gäste auf den Heimweg, mitsamt der inzwischen leeren Nachtischschüssel.

Was von diesem Abend bleibt, sind nicht nur Schachpartien, Pizza, Feuer und das Büfett. Es war vor allem einmal Zeit für persönliche Gespräche, für die an unseren normalen Vereinsabenden oft wenig Raum bleibt. Das gehört eben auch zu einem Verein.

Dabei denke ich an das, was Andreas vor einigen Wochen in seiner Kolumne „Herz statt Klick“ geschrieben hat. Menschen, Atmosphäre und das gemeinsame Erleben lassen sich nicht digitalisieren. Es wurde bis spät in den Abend Schach gespielt, aber auch geredet, diskutiert, erzählt und gelacht.

Am Dienstag saßen wir wieder an den Brettern, einige schon am Sonntag. Und darauf freue ich mich immer genauso.